U N S E R E S E L B S T V E R W A L T U N G SUSANNE FELDKÖTTER Stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft ver.di Berlin-Brandenburg, Alternierende Vorsitzende der Vertreter versammlung der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg Susanne Feldkötter leitet seit der Sozialversicherungs- wahl 2023 die Sitzungen der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, sofern der Vorsitz auf der Seite der Versicherten liegt. Als alternierende Vorsitzende führt sie dann durch die Tages- ordnung, achtet auf die Einhaltung der Abläufe und stellt sicher, dass Beschlüsse ordnungsgemäß zustande kommen. Für sie ist die Rolle klar: „Die Vertreterver- sammlung ist das Parlament der Versicherten.“ Die Vertreterversammlung ist das oberste Organ der Selbstverwaltung des Rentenversicherungsträgers. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der Versicherten- und der Arbeitgeberseite zusammen. Sie stellen gemein- sam den Haushaltsplan fest, beraten und beschließen über die Entlastung des Vorstandes und der Geschäfts- führung und fassen außerdem Beschlüsse in Satzungs- fragen sowie zum sonstigen autonomen Recht des Trägers. Darüber hinaus obliegt der Vertreterversamm- lung auch die Wahl der Mitglieder des Vorstandes sowie die Wahl der hauptamtlichen Geschäftsführung. Susanne Feldkötter gehört der Gruppe der Versicherten in der Vertreterversammlung an. Hauptberuflich ist sie die stellvertretene Landesbezirksleiterin der Gewerk- schaft ver.di. Die langjährige Gewerkschaftserfahrung bringt sie in die Selbstverwaltung ein. „Ich habe durch meine hauptamtliche Tätigkeit bei ver.di gelernt, mich für die Interesse der Menschen einzusetzen und gleichzeitig Verwaltungsvorschriften zu beachten.“ Aufgewachsen im Wendland hat sie sich bereits früh politisch engagiert. Die Überzeugung, dass gesellschaftliche Entwicklungen ge- staltet werden müssen, begleitet sie bis heute. „Wenn ich eine gute Gesellschaft will, muss ich mich auch selbst einbringen.“ Und so musste sie nicht lange überlegen, als sie gefragt wurde, ob sie bereit ist, sich als alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung für die Gruppe der Versicherten zur Wahl zu stellen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht für sie die Frage der sozi- alen Sicherung im Alter. „Für uns geht es darum, dass die Menschen, die arbeiten, am Ende auch eine Rente für ihre Lebensleistung erhalten.“ Die Rente müsse verlässlich bleiben – auch als Beitrag zum sozialen Zusammenhalt. Bestimmte Themen der Vertreterversammlung werden zunächst in Ausschüssen vorbereitet. Susanne Feldkötter gehört dem Allgemeinen Ausschuss an. Dieser berät über Themen, die nicht unmittelbar Fragen des Haus- halts oder der Jahresrechnung betreffen, aber einer ge- sonderten Vorbereitung bedürfen. In allen Ausschüssen werden Unterlagen geprüft, fachliche Details geklärt und Entwicklungen diskutiert. Die Ergebnisse dieser Bera- tungen fließen anschließend in die Entscheidungen der Vertreterversammlung ein. Die Arbeit erfordert gründ- liche Vorbereitung, die Zusammenhänge müssen ver- standen werden. „Politik ist oft Fleißarbeit – und die Arbeit in der Selbstverwaltung auch.“ Die Themen, mit denen sich die Gremien befassen, sind vielfältig. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Rehabili- tation. Die Rentenversicherung unterstützt Versicherte dabei, nach Krankheit oder Unfall wieder ins das Arbeits- leben zurückzukehren. Fragen zu Angeboten, Auslastung und Weiterentwicklung der Kliniken beschäftigen die Selbstverwaltung deshalb regelmäßig. Dabei zeigt sich auch, wie die beiden Seiten der Vertreterversammlung zusammenarbeiten: „Arbeitgeber- und Versichertenseite eint, dass wir wollen, dass die Menschen gesund bis zur Rente arbeiten können.“ »Die Vertreterversammlung ist das Parlament der Versicherten.« Neben diesen inhaltlichen Fragen rücken auch techni- sche Themen stärker in den Blick. Viele davon haben ganz konkrete Auswirkung auf die Versicherten. Dazu gehört etwa die Datensicherheit. „Die Rentenversiche- rung verfügt über sehr viele persönliche Daten – des- halb fragen wir immer wieder nach, wie diese geschützt werden.“ Hier bringen die Mitglieder der Selbstverwal- tung Erfahrungen aus ihrem beruflichen Alltag mit ein. „Die Selbstverwaltung hat auch deshalb Wirkung, weil wir aus dem Alltag der Versicherten und Arbeitgeber kommen.“ Und Susanne Feldkötter ist überzeugt, dass das Enga- gement der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter auch in Zukunft gebraucht wird: „Ich würde mir wün- schen, dass mehr junge Menschen den Weg in die Selbst- verwaltung finden. Denn gerade für die, die nicht laut und kämpferisch in der ersten Reihe stehen wollen, aber konti nuierlich an der sozialen Verbesserung der Lebens- bedingungen und Arbeitsbedingungen der Menschen teilhaben wollen, ist ein solches Ehrenamt ideal.“ GESCHÄFTSBERICHT 2025 GESCHÄFTSBERICHT 2025 25